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Scientific Kalender November 2025

Die wichtige Rolle der Schnelldiagnostik beim HWI 

Ich hatte selbst schon mehrere HWI-Episoden. Wie können Diagnostika in meinem Fall helfen? 

Da ich in der Vergangenheit schon HWI-Episoden hatte, sind keine Diagnostika erforderlich. Man sollte basierend auf den Symptomen direkt Antibiotika verschreiben.

Es ist wichtig, die Infektion zu bestätigen (z. B. mittels Teststreifen); das Resistenzprofil des Erregers ist hingegen irrelevant. Falls ein HWI bestätigt wird, sollte ich dasselbe Medikament nehmen wie beim letzten Mal.

Jede HWI-Episode muss individuell diagnostiziert werden, einschließlich Empfindlichkeitstest, um eine angemessene Antibiotikatherapie zu gewährleisten, die den Empfehlungen der Programme für den verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika entspricht.

Bei Bestätigung eines neuen HWI wird empfohlen, dasselbe Medikament zu nehmen wie vorher. Wenn diese Therapie fehlschlägt, kann als Nächstes ein anderes Antibiotikum verordnet werden.

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Wissenschaftliche Hintergrundinformationen

Die unkomplizierte Zystitis zählt zu den bakteriellen Infektionen mit der höchsten Prävalenz bei Frauen mit strukturell und funktionell normalen Harnwegen; etwa ein Drittel aller Frauen unter 25 Jahren ist betroffen [1]. Gegenwärtig ist der diagnostische Goldstandard die Urinkultur mit nachfolgendem Antibiotika-Empfindlichkeitstest (AST); dieser erfordert jedoch entsprechendes Fachpersonal, und es dauert etwa 48 Stunden, bis Ergebnisse vorliegen [2–4]. Vor diesem Hintergrund werden Patientinnen mit unkomplizierten Harnwegsinfekten (HWI) häufig empirisch behandelt, oft noch vor der mikrobiologischen Bestätigung. Die empirische Therapie wird zwar durch die klinischen Leitlinien gestützt, erweist sich aber als zunehmend unzuverlässig, da dynamisch lokale Resistenzmuster zu Therapieversagen, wiederkehrenden Infekten und der Selektion resistenter Erregerstämme führen [2, 4–5]. 

In der Primärversorgung erfolgt die Diagnosestellung meist anhand von Urin-Teststreifen, denen es an Spezifität zum Nachweis einer Bakteriurie mangelt. Das kann dazu führen, dass Patientinnen unnötig Antibiotika erhalten, was die Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen (AMR) vorantreibt und zur weltweiten Abnahme der Wirksamkeit von Antibiotika beiträgt [2, 5]. Die Resistenzraten gegenüber gängigen Antibiotika erreichen bei Uropathogenen heute bis zu 20 %, was den dringenden Bedarf an schnellen, zuverlässigen und evidenzbasierten Diagnostika in der Primärversorgung unterstreicht [6]. 

Point-of-Care-Tests (POCT) ermöglichen eine patientennahe Diagnostik mit kurzen Durchlaufzeiten. Doch auch die derzeit gängigen POCT-Systeme für HWI können AST-Ergebnisse nicht im Zeitfenster eines Arzttermins liefern; dadurch verzögert sich der Behandlungsbeginn [7]. Das PA-100 AST System ist ein innovatives POCT-System, das den Nachweis von Bakteriurie und einen automatisierten AST in etwa 45 Minuten liefert, unabhängig von der Expertise des Benutzers und mit vielversprechender diagnostischer Leistung [8].  

Detaillierte Inhalte

Das PA-100 AST System

Das PA-100 AST System ist ein Point-of-Care-Analysesystem für den Einsatz außerhalb des Labors, das phänotypische Antibiotika-Empfindlichkeitstests mittels eines Nanokulturverfahrens in einer Testkassette an frischem, nativem Urin durchführt. Dieses Analysesystem liefert zwei Ergebnisse: Bakteriurienachweis in 15 Minuten und Empfindlichkeitstest in weiteren 15 bis 30 Minuten. Das System ist zur Anwendung auf dem Gebiet des unkomplizierten Harnwegsinfekts bestimmt, der seit Kurzem auch als ‚lokalisierter Harnwegsinfekt‘ bezeichnet wird. 

PA-AST Panel U-0501

Der Empfindlichkeitstest wird mit einer Einmal-Testkassette durchgeführt, die keinerlei Vorbehandlung der Urinprobe erfordert. Der Urin wird lediglich in die Testkassette pipettiert und diese in den PA-100 eingeführt, um die Analyse automatisch zu starten. Wenn der Urin Bakterienzellen enthält, werden diese in 11.000 Nanokanälen eingefangen und in Müller-Hinton-Bouillon ohne oder mit einem der folgenden Antibiotika inkubiert: Amoxicillin/Clavulansäure, Nitrofurantoin, Trimethoprim, Ciprofloxacin und Fosfomycin. Bisher ist die Testkassette für die folgenden fünf Uropathogene getestet: Escherichia coli, Klebsiella pneumoniae, Proteus mirabilis, Enterococcus faecalis und Staphylococcus saprophyticus.

Diagnostische Leistung des PA-100

Das PA-100 AST System wurde in einer Studie mit aktuellen mikrobiologischen Goldstandardverfahren einschließlich Urinkultur und antibiotischer Empfindlichkeitstestung mittels Plattendiffusion verglichen [8] und zeigte eine hohe diagnostische Leistung beim Nachweis von Bakteriurie mit 84 % Sensitivität und 99 % Spezifität sowie eine Gesamt-Genauigkeit im Empfindlichkeitstest von 93 % [8]. 

Die Vergleichsstudie ergab außerdem, dass die Gesamthäufigkeit der optimalen Therapiewahl bei der Empfehlung des PA-100 AST Systems signifikant (34 %; p < 0,0001) höher war als bei der routinemäßigen klinischen Entscheidungsfindung, und bewies so, dass das PA-100 AST System das Potenzial hat, unwirksame oder unnötige Antibiotika-Verordnungen bei Patientinnen mit HWI-Symptomen signifikant (p < 0,0001) um bis zu 88 % zu reduzieren [8]. 

Möglicher neuer Workflow im Management des lokalisierten HWI

Das PA-100 AST System ermöglicht heute, vor Ort und patientennah fundierte klinische Entscheidungen zum lokalisierten Harnwegsinfekt zu treffen, bringt so die Leistungsfähigkeit eines Labors in die Arztpraxis und ermöglicht einen zügigen und diagnostisch fundierten Workflow. 

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