Scientific Kalender Dezember 2025
Analyse der Synovialflüssigkeit eines Patienten mit Knie-Totalendoprothese
Welcher Hauptbestandteil erhöht die Viskosität und Elastizität in der Synovialflüssigkeit?
Hyaluronsäure
Lubricin
Fibrinogen
Albumin
Congratulations!
That's the correct answer!
Sorry! That´s not completely correct!
Please try again
Sorry! That's not the correct answer!
Please try again
Notice
Please select at least one answer
Wissenschaftliche Hintergrundinformationen
Für die Diagnose von Gelenkerkrankungen werden unterschiedliche Beobachtungen und Methoden verwendet, z. B. klinische Symptome, Röntgenbefunde und Laboranalysen von Synovialflüssigkeit [1]. Die Synovialflüssigkeit ist ein Ultrafiltrat des Plasmas. Sie fließt durch die Synovialmembran in die Gelenkhöhle und wird dort mit Hyaluronsäure angereichert, die von den Synovialzellen ausgeschieden wird [1]. Bei der Laboranalyse der Synovialflüssigkeit kommen verschiedene Tests zum Einsatz. Sie reichen von der mikrobiologischen Untersuchung über Leukozytenzahlen und Differenzialblutbild bis hin zu C-reaktivem Protein (CRP), Glukose und der Beurteilung der Präsenz von Kristallen. Für das Patientenmanagement bei Gelenkinfektionen werden häufig die Leukozytenzahlen verwendet; deshalb sind eine genaue Zählung und Differenzierung wichtig [2–4].
Die Zellzählung in der Synovialflüssigkeit kann manuell unter Verwendung einer Zählkammer oder automatisch mit einem Hämatologie-Analysesystem durchgeführt werden. Die manuelle Methode gilt zwar als Goldstandard, aber sie weist mehrere Einschränkungen auf: lange Durchlaufzeit, hohe Ungenauigkeit und interpersonelle Variabilität [1–2, 4]. Aus diesen Gründen sind automatisierte Methoden inzwischen Standard bei der Analyse von Körperflüssigkeiten [1, 2]. Vor allem bei der Validierung von Synovialproben ist jedoch Sorgfalt geboten, denn Studien haben gezeigt, dass automatisierte Methoden falsch erhöhte Zahlen ergeben können, insbesondere bei Patienten mit Gelenkendoprothesen [2, 4–5].
Priorität für das Laborpersonal sollte der Nachweis von Interferenzen haben, die zu falsch erhöhten Leukozytenzahlen führen. Dies gilt insbesondere bei der Analyse von Synovialflüssigkeit von Patienten mit Knie-Totalendoprothese, damit falsche Befunde vermieden werden [2]. Vanrenterghem et al. (2024) haben beobachtet, dass die Ablagerung von nicht-zellulären Partikeln in Synovialflüssigkeit ein Grund für Interferenzen bei der Leukozytenzahl sein könnten, die durch automatisierte Analysesysteme erzielt werden [2]. Pearson et al. (2021) beschreiben Metallose, eine seltene Komplikation, die aufgrund von Metallerosion und Freisetzung von Metallpartikeln nach der Endoprothetik-OP auftritt, als mögliche Ursache für fälschlicherweise hohe Zellzahlen bei automatisierten Analysesystemen [4]. Beide Autoren vermuten, dass diese nicht-zellulären Partikel möglicherweise als kernhaltige Zellen gezählt werden und so zu einer falsch hohen Zellzahl führen [2, 4].
Vanrenterghem et al. (2024) haben deshalb einen Workflow auf der Basis einer Scattergramm-Interpretation eingeführt. Wenn während der Sichtkontrolle im WDF-Scattergramm ein eindeutiges „bananenförmiges“ Muster zu erkennen war, konnte das Labor leichter eine Überschätzung der Leukozytenzahl verhindern. Dadurch konnten die automatisierten Hämatologie-Analysesysteme auch bei Patienten mit Totalendoprothesen weiter verwendet und gleichzeitig eine präzise Angabe der Zellzahlen gewährleistet werden [2].
Fallergebnisse
Bei einem Patienten mit Knie-Totalendoprothese wurde ein CT-Scan in Verbindung mit einer Gelenkpunktion durchgeführt, um die Ursache einer Schwellung des Gelenks zu ermitteln. Die Analyse der Synovialflüssigkeitsprobe auf dem XN-Hämatologie-Analysesystem im Body-Fluid-Modus (BF-Modus) ergab stark erhöhte Leukozytenwerte (8,215 × 103/µl), vorwiegend mononukleäre Zellen (MN# 7,861 × 103/µl, MN% 95,7%).
Das WDF-Scattergramm zeigte ein atypisches „bananenförmiges“ Muster mit einer hohen Partikelkonzentration auf dem gesamten Scattergramm, einschließlich des Bereichs mit hoher Fluoreszenzlicht-Intensität (dunkelblauer Bereich). Die Zellcluster waren unzureichend getrennt.
Ein Cytospin-Präparat wurde vorbereitet und mikroskopisch untersucht. Es zeigte vorwiegend Trümmerpartikel unbekannten Ursprungs, aber kaum Leukozyten (siehe Abb. 3). Dieser Befund ließ vermuten, dass die nicht-zellulären Partikel möglicherweise die automatische Zellzählung des Analysesystems störten und zu einer falsch erhöhten Leukozytenzahl führten.
Das CT des Patienten zeigte Komplikationen, die auf Zystenbildung und Lockerung der Tibiakomponente hindeuteten.
