Marathon im Blut

Eine Runde joggen tut gut – aber müssen es denn gleich 42 Kilometer sein? Marathons sind modern, aber nicht unbedingt für jeden geeignet

Vor 2.500 Jahren soll ein Meldeläufer den knapp 40 Kilometer langen Weg von Marathon nach Athen unter die Füße genommen haben, um den Sieg der Griechen gegen die Perser zu verkünden. Danach brach er aus Erschöpfung tot zusammen. Anders heute: Allein im Jahr 2015 nahmen über zwei Millionen Läufer an einer der weltweit 5.000 angebotenen Marathonveranstaltungen teil. Schadet das dem Körper? Und wie kann man sich vor Überlastungen schützen? Dr. med. Hanspeter Betschart vom Zentrum für Medizin und Sport beim „Hotel Säntispark“ in Abtwill weiß Rat.

Immer mehr Menschen wollen einen Marathon laufen und geraten dabei an ihre Grenzen. Training ist wichtig, aber Experten raten zu einem medizinischen Check im Vorfeld der Vorbereitung – warum?

DR. MED. HANSPETER BETSCHART: Wenn ein Auto wieder für den Verkehr zugelassen wird, etwa nach einer langen Standzeit, muss es vom Straßenverkehrsamt geprüft werden. Dasselbe sollte auch für den menschlichen Körper gelten. Marathon zu laufen ist eine körperliche Höchstleistung und fordert das Herz-Kreislauf-System extrem. Wenn ein Körper nicht daran gewöhnt ist und nicht bekannte Vorerkrankungen bestehen, ist das gefährlich. Ein wesentlicher Bestandteil einer solchen Untersuchung ist das Abschätzen des kardiovaskulären Risikos. Hauptgrund für Todesfälle beim Laufen sind kardiovaskuläre Ereignisse, und deshalb ist ab dem 35. Lebensjahr auch eine Ergometrie sinnvoll. Neben weiteren Checks und der Überprüfung der Blutwerte ist die Untersuchung des Bewegungsapparats ein wesentlicher Bestandteil. So kann Überlastungsbeschwerden vorgebeugt und Vorerkrankungen können aufgedeckt werden.

 

Kann man die körperliche Reaktion auf den 42-Kilometer-Lauf labordiagnostisch messen?

Marathon zu laufen ist Maximalanstrengung und führt zu einigen Veränderungen im Körper. Eine erhöhte Kreatinkinase könnte bei jedem Marathonläufer gemessen werden. Aus Studien ist bekannt, dass häufig auch ein erhöhter Troponinwert messbar ist, ohne dass der Sportler etwas davon bemerkt. Veränderungen im Blutbild bezüglich der Elektrolyte sind ebenfalls denk- und teilweise auch nachweisbar. Genaue Grenzwerte gibt es dazu nicht.

Wann sollte der Hausarzt intervenieren?

Es gibt keine Erkrankungen oder Gegebenheiten, die das Laufen per se ausschließen. Bei manchen Vorerkrankungen, etwa Herzinfarkten, rät man vom kompetitiven Sport ab. Natürlich ergibt es auch wenig Sinn bei Knie- oder Hüftarthrose. Hier sollte man eher schwimmen oder Rad fahren. Umso wichtiger sind eine ärztliche Untersuchung und individuelle Beratung, bevor man sich vornimmt, einen Marathon zu laufen.

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