Erfahrungen und Geduld

In der In-vitro-Diagnostik im Kantonsspital im schweizerischen Aarau wird mit der Wright-Färbung gearbeitet

Text Margrit Bader

Margrit Bader
Aarau, Schweiz

Margrit Bader ist leitende biomedizinische Analytikerin Hämatologie im Kantonsspital Aarau/Schweiz

Entscheidend bei der hämatologischen Färbung von Blutpräparaten ist, dass in der darauffolgenden mikroskopischen Betrachtung Einzelzellen, Kerndetails und zytoplasmatische Strukturen präzise erkannt und definiert werden können. Trotz zahlreicher neuer, vor allem molekularbiologischer und genetischer Techniken ist die mikroskopische Diagnostik von Blutausstrichen nach wie vor Grundlage und Ausgangspunkt für viele hämatologische Fragestellungen. Die Blutbildfärbung nach Wright, eine Variante der Romanowsky-Färbung und Alternative zur May-Grünwald- und Pappenheim-Färbung, wird im Kantonsspital Aarau seit über 30 Jahren in der In-vitro-Diagnostik angewendet.

Im Aarauer Kantonsspital besitzt die Morphologie seit jeher einen großen Stellenwert, da sie schnell und richtungsweisend ist und damit unnötige zusätzliche Untersuchungen überflüssig machen kann. Geduld sowie Liebe zum Detail, eine gute Beobachtungsgabe und vernetztes Denken sind wichtige Voraussetzungen dafür, denn Fallstricke lauern überall, nicht nur in der präanalytischen Phase, und Nuancen sind klein. Wer nicht genau hinschaut, wird nie ein guter Morphologe werden, denn das Sehen ist eine Kunst und will erlernt und geübt werden, genau wie jede andere Fertigkeit auch.

 Der sichere Weg zur Diagnose basiert auf den vier Grundpfeilern: möglichst frisches Probenmaterial, ein gelungener Blutausstrich – weder zu dick noch zu dünn aufgetragen, dafür mit Ausstrichfahne am Ende –, eine perfekte Färbung sowie ein versierter Betrachter am Mikroskop. Wie aber erkennt der Morphologe atypische Zellen und wie geht er dabei vor? Im Unterschied zum Differenzialblutbild kommen bei der Beurteilung des Blutausstrichs unter dem Mikroskop keine eindeutigen Zahlen zur Anwendung, auf die man sich berufen kann. Das Handwerksinstrument ist eine möglichst umfangreiche Bildersammlung vor dem geistigen Auge des Anwenders, auf die man beim Mikroskopieren ständig zurückgreifen kann und mit der man das Blutpräparat vergleicht.

Will man zum Beispiel ein Splenisches Marginalzonenlymphom sicher von einer Haarzell-Leukämie unterscheiden, braucht man nicht nur Erfahrung und Geduld, sondern auch eine Kultur der gegenseitigen Konsultation und des miteinander Diskutierens, um zu einer gemeinsamen Einschätzung zu kommen. Für die effiziente und schnelle Diagnose, Prognose und Verlaufskontrolle vieler hämatologischer Erkrankungen bleibt der Blutausstrich die Methode der Wahl und Garant dafür, dass Morphologie spannend bleibt und so schnell kein Auslaufmodell wird.

Schwerpunktthema "Ist Färben Glaubenssache"

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