Mit dem Ziel, die Urinpartikelanalytik zu standardisieren, effizienter zu gestalten und dabei ihre Sensitivität zu erhöhen, betrat Sysmex 1995 diesen Diagnostikbereich, wohl wissend, dass entsprechende Interessen und Bedürfnisse in diesem Laborsektor vorhanden waren. Nach Einführung der Fluoreszenz-Durchflusszytometrie etablierte sich diese Technologie für die Routinediagnostik in der Urinanalytik, so wie Sysmex zuvor in der Hämatologie mit der Fluoreszenz-Durchflusszytometrie den »Goldstandard« errichtet hatte.
Der Einsatz der Fluoreszenz-Durchflusszytometrie, um Partikel im Urin nach ihrem Gehalt an bestimmten Molekülen und zellulären Strukturen zu kategorisieren, erlaubt die Klassifizierung dieser Partikel nicht nur nach ihren physikalischen, sondern auch ihren chemischen Eigenschaften – ähnlich wie in den Hämatologiesystemen. Bewerkstelligt wird dies, indem Fluoreszenzfarbstoffe gezielt zelluläre Bestandteile wie Nukleinsäuren, Membranen oder intrazelluläre Organellen wie Mitochondrien anfärben und damit an die Stelle der manuellen Klassifizierung jedes einzelnen Partikels, was genaue Kenntnisse beim Betrachter erfordert, treten. Beständige Algorithmen lösen die subjektive Interpretation der Morphologie durch den jeweiligen Anwender ab und bewirken, dass Kliniker mit diagnostisch wichtigen Informationen versorgt werden können.